(In der Rubrik 2009 Review werden die letztjährigen Saisonen aller 32 NFL-Teams kurz aus meiner Perspektive zusammengefasst, inklusive Schlüsselmomenten, subjektiver Bewertung und Ausblick auf 2010, soweit derzeit möglich.) 
Das erste Jahr der post-Shanahan-Ära fängt turbulent an, als
Josh McDaniels, der damals jüngste Head Coach der Liga in town eintrifft, und sich gleich einmal mit dem
Franchise QB anlegt und ihn in seiner Blütezeit wegtraded. Muss ein mulmiges Gefühl im Bauch gewesen sein. Aber es kam QB
Kyle Orton und eine Armada an wichtigen Draftpicks für die Zukunft, zusätzlich holte man sich Pro Bowl S
Brian Dawkins von den Eagles, also von alles düster kann vor der 2009er Saison nicht die Rede sein. Es fing ja dann auch bald sensationell an.
What happened? 2009 war die Zwei-Hälften-Saison schlechthin für die Broncos. Vor der bye unbeaten, nach der bye 2-6, und sage mir keiner, das 6-0 am Anfang war gegen miese Gegner, unter den sechs waren 4 spätere Playoff-Teilnehmer. Vor allem in Woche 4 bis 6 zeigt sich, dass die Denver Defense absolute Elite ist: Die
Cowboys scoren nur im ersten Quarter, bevor Romo 5 mal zu Boden geht und eine Redzone-Interception wirft. Auch die
Patriots scoren 0 Punkte in der zweiten Hälfte und bringen miserables Passpiel zustande, bevor McDaniels tatsächlich in der Overtime seinen alten Boss und Mentor Belichik bezwingt. Und auch Phillip Rivers geht 5 mal zu Boden, als die
Broncos im Divisionsrennen für vorerst klare Verhältnisse sorgen. (Man of the match: WR
Eddie Royal, der einen Kickoff und einen Punt fürs TDs returned.) Die Broncos etablieren
Brandon Marshall als einen der gefährlichsten WR der Liga und
Elvis Dumervil als eine Force of nature als LB. Aber nach der bye verliert die Defense ihre Bissigkeit und das offenbart die Schwachstellen der Broncos brutalst. Das
Laufspiel kommt nie und nimmer in Gang, obwohl man im Draft den besten RB mit
Knowshon Moreno geholt hat. Nur 9 von 16 Spielen führten zu 100+ yards rushing und 7 davon wurden gewonnen, eine Korrelation, die McDaniels zu denken geben sollte. Die interior O-Line entwickelt sich zur großen Schwachstelle in der zweiten Hälfte der Saison, und sogar
gegen Gegner wie Washington verlieren die Broncos, wenn mal der wenn schon nicht großartige, dann doch effektive Orton mal ausfällt. (Man beachte auch diesen
play of the game, eine fake FG, fake Punt, 4 & 20 TD für Washington.) Der einzige Lichtblick in dieser zweiten Saisonhälfte, die neben Washington auch
Niederlagen gegen Oakland, (Man kann gegen Denver besser laufen, als viele meinen.) und
Kansas City (Man gegen Denver
verdammt gut laufen, wenn man will.) beinhaltetet, ist der
Sieg gegen die Giants, den Dumevil quasi im Alleingang erledigt. Die Saison endet wie 2008: Einen fast schon fixen Playoff-Platz verspielen die Broncos mit fehlender Ausdauer und schwächelnder Mentalität.
What's coming? Besser gefragt: Who's going? Schon im letzten Spiel wurde Marshall von McDaniels gebencht, und
sein Trade nach Miami war somit nur eine Frage der Zeit. Aber im Kommen ist natürlich das Second Coming schlechthin, denn neben einem
Marshall-Ersatz holen sich die Broncos im Draft auch
Tim Tebow - und nur McDaniels allein weiß wohl genau, was er mit ihm anstellen möchte. Ein
neuer Defensive Coordinator wird wohl die Schwachstellen (gegen den Lauf und Ausdauer) ausbügeln müssen, wenn die Broncos endlich mal wieder in die Playoffs wollen. Es scheint fast so, als ob trotz des neuen Coaching Staffs die
Broncos Vergangenheit leise flüstert: Wir waren im AFC Championship Game gegen den Lauf und mit dem Lauf. Zeit, sich daran zu erinnern. Aber so ganz glaube ich nicht, dass die Probleme sofort behoben werden können. Dafür müsste Moreno und die O-Line einen gewaltigen Schritt nach vorne machen. Und die Defense muss aufhören, sich nach Veteranen wie Champ Bailey und Ty Law zu orientieren, und versuchen, eine junge, dynamische Identität gegen den Lauf zu entwickeln.